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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1920–1922. Hg. Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1993.

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Empfohlene Zitierweise
Tagebuch von Arthur Schnitzler, 22. 1. 1922. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-8970-9.

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Chronik

Sonntag, 22. 1. 1922

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Tagebuch von Arthur Schnitzler, 22. 1. 1922

22/1 S.– Schöner Wintertag. Mit V. L. und Franzl Neuwaldegg Park,– nach Salmannsdorf – Sommerhaidenweg. Ganz plötzlich (nach Gesprächen allgemeiner Natur und über O.) sprach sie über früher nur angedeutetes mit ziemlicher Offenheit, so dass ich auch den Namen vermuthen konnte; weinte;– es sei aus, aber innerlich doch nicht ganz; dabei wisse sie, unter ihrem Niveau . . . – So wenig neu und überraschend mir das war; irgendwo verletzte es mich ein wenig.– Man bleibt immer gleich dumm – wird vielmehr immer noch dümmer . . . Wir sprachen viel über Aurelie – Falkenier; sie sagte kluges.
Nm. vertrödelt;– am Verf.–
Zu Alma;– Gesellschaft, ich ging wieder, kam nach einer Stunde wieder. Olga allein – wie sie auf dem Sofa saß, vor sich hin, hatte sie etwas rührendes . . . Sie sprach gleich ärgerlich über die Kinder wegen ihres »schlechten« Tones gegen Wucki, übertrieb gleich und wiederholte sich in ihrer Weise; ich fühlte gleich – nein – ich kann nicht mit ihr zusammenleben. Dann citirte sie einen Unsinn (vielleicht mißverstanden), von Bahr,– das Leid sei gleich vertheilt auf Erden, jeder eigentlich habe das selbe zu tragen;– Aphorismen, die mich krank machen, was ich nicht verhehlte; wir nachtmahlten dann, auch Alma und Werfel;– aus allem, jedem Wort, jeder Geste,– auch aus den ungeschickten: Ich will zurück.