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Signatur: Wien, Theatermuseum, HS VM 2082 Ba

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Hermann Bahr: Tagebücher, Skizzenbücher, Notizhefte. Hg. Moritz Csáky. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 1994–2003, IV. Band: 1904–1905. Hg. Bearbeitet von Lukas Mayerhofer und Helene Zand. (2000), S. 129–130.

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Aufzeichnung von Hermann Bahr, 27. 4. 1904. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-89E4-6.

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Chronik

Mittwoch, 27. 4. 1904

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Aufzeichnung von Hermann Bahr, 27. 4. 1904

27. 4. Regen. Kalt.
Homer. Englisch.
Dictiert. Das erste Dictat des »Club der Erlöser« beendet.
Trage aus dem kleinen Notizbuch, in welches ich auf der Reise manches bemerkt, hier ein:
Zum Salzburger Roman. Wie der Bub, nachdem die Frau seines geliebten Lehrers ihn verfuhrt hat, sich ermorden läuft, aber aus Mitleid mit seinen Eltern, die er sich bei seinem Begräbnis denkt, das er sich ausmalt, gerührt davon absteht. Endlich wieder daheim, beschämt und sehr hungrig. Während er gierig ißt, bemüht sich der besorgte Professor um ihn, der alles erraten hat. Die einzige Sorge des Professsors ist nun, daß der Bub nicht schlecht von ihr denken soll, um sich nicht dies erste große Erlebnis zu beschmutzen und zu vergiften.
In den Salzburger Roman gehört auch das Beichten bei den Kapuzinern. Überhaupt die Sinnlichkeiten des Beichtens. – Das verschiedene Erwachen der Sinnlichkeit bei den Buben. Wie sie sich in den Stein schleichen.
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Das Heraufkommen der neuen regierenden Kaste, von der Nietzsche spricht, könnt ich mir nur so denken, daß es einer Klasse von genialen Hochstaplern zu dumm würde, außerhalb der Gesellschaft zu sein, weshalb sie sich selbst als diese konstituierten.
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Über Schnitzler. Er scheint mir die Erscheinungen der Menschheit erst sehr rein aufzunehmen, dann aber gewaltsam zu fälschen, da er sie durchaus in die Rubrik von Lohn und Strafe bringen will. Mir aber fängt mit der Aufhebung von Schuld u. Verdienst, Lohn und Strafe alle Wahrheit überhaupt erst an.
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Im Imperial zu Ragusa erzälen die Aristokratinnen von einer Malerin, die einen montenegrinischen Mörder gemalt. Er habe sich »so gut benommen und beim Essen keinen einzigen Feler gemacht«
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Den lieben Gott darf auch vor gar nichts grausen.