Kommentar

neuen Form] Otto Brahm: Das Leben Heinrichs von Kleist. Neue Ausgabe. Berlin: Egon Fleischel 1911 (Erste Ausgabe 1884).

Stauffer-Bern-Buch] Karl Stauffer-Bern. Sein Leben / Seine Briefe / Seine Gedichte. Dargestellt von Otto Brahm. Berlin: Meyer & Jessen 1911.

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Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hg. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 687–688.
Arthur Schnitzler, Otto Brahm: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingeleitet und erläutert von Oskar Seidlin. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1975, S. 334–335.

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Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 30. 12. 1911. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-8577-6.

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Chronik

Samstag, 30. 12. 1911

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Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 30.12.1911

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Paul Englisch, 30. 12. 1911

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

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Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 30. 12. 1911

Wien, 30. Dezember 11

Lieber Freund,

die gute »Komtesse« wartet nun schon so lang, daß sie sich vor lauter Müdigkeit auch neben die »Erde« setzen mag. Wie sich die nach der tiefsinnig kritischen Nomenklatur so angefaulte dekadente Gesellschaft neben Schönherrs knödelfressendem Riesengeschlecht behaupten wird, soll die Zukunft lehren. Ich nehme an, daß die »Erde« den (verdienten) Erfolg haben wird und daß die Leute wegen der »Komtesse Mizzi« ins Theater gehen werden. So ist allen Teilen geholfen. Übrige wissen Sie selbst am besten, wie sehr ich Schönherr schätze – ihn geschätzt habe, lang eh er berühmt war; die »Erde« speziell war nie mein Fall. Ein Akt aus dem Stück, nach Wahl wäre zu geben – und das »Knechtl« zu erschlagen. Hier wäre eine Aufgabe für begabte Kindermörder! –
Es freut mich, daß Sie »Das weite Land« am 2. Feiertag gespielt und es nicht zu bedauern gehabt haben. Nun müssen wir ja schon knapp vor 25 halten? – Den Prager Philipp werden Sie wohl nicht benötigen, da meiner Ansicht nach Walter sich bewähren dürfte; ich weiß übrigens nicht, wer der Mann ist.
Daß Ihr schöner Kleist so glänzend auch in der neuen Form reussiert, war zu erwarten; wie sehr sich meine Frau an Ihrem ergreifenden Stauffer-Bern-Buch erfreut hat, wird sie Ihnen wohl auf dem Semmering persönlich sagen. Wann wollen Sie kommen? Gleich nach dem Tänzchen? Ich hoffe, wir werden ein paar helle Wintertage möglichst wohlgelaunt oben miteinander verbringen. Lassen Sie uns bald wissen, für welchen Termin Sie die Reise projektieren und ob Sie sich für eine Mahlzeit zwischen Nordwest- und Südbahn in der Sternwartestraße aufhalten werden.
Die Volksbühne hat sich nachträglich wegen Tantiemennachlaß (Anatol) an mich gewandt, was ich natürlich im Sinn der Petentin erledigte. Jene andre Volksbühne hat durch Adolph Paul sehr unverbindlich betreffs des Medardus angefragt; Teweles hat sich nicht mehr gemeldet, und ich lasse die Dinge an mich herankommen – oder auch nicht. Seien Sie von uns allen herzlichst gegrüßt, auf baldiges Wiedersehen.
Ihr
A. S.