Kommentar

Artikel] Hermann Bahr: Berliner Theater. In: Die Zeit, Bd. 11, H. 143, 26. 6. 1897, S. 143.

Berliner Theater] Paul Linsemann: Die Theaterstadt Berlin. Eine kritische Umschau. Mit einem Geleitwort von Maximilian Harden. Berlin: Verlag von Richard Taendler 1897.

Überlieferung

Versandverlauf

Druck
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hg. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 332–333.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 27. 6. 1897. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-86F4-7.

Download

Chronik

Sonntag, 27. 6. 1897

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 27.6.1897

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 27. 6. 1897

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 27. 6. 1897

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 27. 6. 1897

Ischl 27/6. 97

Meine geliebte Mizi, ich habe dir nur einiges über den gestrigen Tag zu erzählen, u eigentlich nicht viel. Den Nachmittag hab ich angenehm u allein auf meinem Zimmer verbracht, mit den Entrüsteten beschäftigt, u einem neuen Stück, dessen 3 Akte ich mit einem plötzlichen Interesse skizziert habe (es ist mir schon in Wien eingefallen) u das vorläufig unter dem Titel »Das Kind« gehen soll. Abds im Wald spazierengeradelt. Nach dem Nachtmahl zu Richard; mit ihm zu Paula, die in einem der letzten Ischler Häuser gegen die Traun zu, im Steinfeld, wohnt, sich sehr wohl befindet; wir gingen dann noch in der Abendbeleuchtg zwischen Holzplätzen und längs eines todten Traunbetts, wo Holz in großen Massen angeschwemmt liegt, spazieren; Glühwürmchen, fernes Gewitter, erleuchtete Fenster . . kurz die Regie war vorzüglich. –
Heut früh bin ich mit Richard, der ein blutiger Anfänger ist, nach Laufen geradelt, woher ich eben zurückkomme. –
Gestern bei der Table d’hôte die noch mäßig zahlreichen Gäste besichtigt, mir durchwegs ziemlich unsympathisch; schwachsinniges Sommercurortgetalke über Wetter, Ausflüge, Nachmittagssonne und Radfahren. Ich schwieg. Die meisten scheinen gerührt über ihre eigne Liebenswürdigkeit, Nettigkeit und machen den Eindruck, als wollten sie sagen: »Seht, so sind wir, freundlich gegen Leute, die wir kaum kennen, zuvorkommend, voll Humor, . . und doch steckt eigentlich noch etwas in uns – das kann man natürlich bei oberflächlicher Bekanntschaft nicht bemerken; aber es leuchtet zuweilen durch . . . . «
– Eben ist auch die »Zeit« gekommen – ein Artikel Bahrs über ein offenbar ganz kindisches Buch »Berliner Theater« von Linsemann: Ich war dabei, wie die Frau des Linsemann (eine Berliner Schauspielerin) Bahr besuchen kam. Auf diese Weise erzielt man Feuilletons von diesem Tropf. – Das Feuilleton ist danach. – Mein Ekel vor allem diesem Gesindel wächst ins Riesengroße. – Leb wohl mein Schatz. Morgen, morgen endlich wird ein Brief von dir da sein, hoff ich!
Von der Rudolfshöhe bin ich neuerlich entzückt; mein Fenster geht aufs Grüne, nur aufs Grüne, Wald, Wiese, – und Himmel, der übrigens blau ist. –
Leb wohl, meine Mizi, und sei tausend Mal geküßt! Ich sehne mich nach dir.
Dein
Arthur