Kommentar

kein Wort wahr!] Schnitzler war durch Brahm informiert, vgl. Bw Schnitzler/Brahm 291 und 293.

effarement] Entsetzen.

Prozeß]  und .

Überlieferung

Druck
Arthur Schnitzler: Tagebuch 1909–1912. Hg. Richard Miklin, Maria Neyses, Susanne Pertlik, Walter Ruprechter und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1981.

Entitäten

Personen
Werke
Institutionen
Orte
  • Berlin (Hauptstadt Berlin, Barlīn, Reichshauptstadt Berlin, Berolino)
  • Paris (P'ariz, Pariž, Parisius)
  • Russland (Russische Föderation, Russian Federation, Russian Soviet Federated Socialist Republic, Russian Soviet Federative Socialist Republic, Russian Socialist Federative Soviet Republic)
  • Volkstheater (Deutsches Volkstheater)
  • XIII., Hietzing

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Tagebuch von Arthur Schnitzler, 31. 1. 1910. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-8869-3.

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Chronik

Montag, 31. 1. 1910

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Tagebuch von Arthur Schnitzler, 31. 1. 1910

31/1 Vm. Volkstheater; Generalprobe von Fulda, »Exempel« (schrecklich).– Sprach Fulda, Bauer, Ganz, Feld u. a.–
Nm. fing ich, wegen Rußland, Brief der Zenaida Wengerow an, »W. Land« durchzusehen.
Zum Thee Nina Kipiany (die jetzt Heini französisch unterrichtet) mit einem Baron Manteuffel, 50er, vielgereist, Bohémien, eben aus Paris fälschlich als Spion ausgewiesen;– sprachen viel über Zionismus, Herzl, Weininger u. a.–
In Hietzing mit O. bei Trebitsch. Anwesend Fulda, Jacob und Julie,– Stefan Zweig – Bei Tisch Frau Trebitsch plötzlich, ganz vergessend, wer da – – »Wissen Sie denn schon die Geschichte von d’Albert und der Fulda . . . ?« Ich (ebenso vergessend): Es ist kein Wort wahr!– Darauf Frau T. – direct zu Fulda » . . . Sie müssen doch was wissen, Sie kommen ja aus Berlin –« . . . – Jetzt endlich merkte sie – allgemeines effarement – F. ganz klug sagte. »Ich interessire mich nicht für Klatsch . . . auch hab ich keine Nachrichten von meiner früheren Frau . . . « Nach einer Minute wieder laß ich einen Lobgesang auf Bahr los – gegen den F. einen wüthenden Haß hat – ganz vergessend, daß sie sogar im Prozeß waren.
F. fort auf den Concordia Ball; wir andern spielten Baraque (ich verlor mit O. gegen 50 Kr.). Im Auto heim. Zwei Uhr.