Überlieferung

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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1893–1902. Hg. Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989.

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Tagebuch von Arthur Schnitzler, 21. 12. 1895. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-88CE-1.

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Chronik

Samstag, 21. 12. 1895

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Tagebuch von Arthur Schnitzler, 21. 12. 1895

21/12 Ergreifender Brief von Mz. I. die wieder krank ist.– Nm. Mz. Rh. da. Mein Geld (für Opernglas) an Paul verloren gegangen (aus dem Brief gestohlen).– Mit Mz. Rh. bin ich sehr zärtlich und hab sie besonders wenn sie mit mir ist sehr lieb. Die unvermeidliche Lüge stört mich – von Mz. I kann ich ihr doch nichts erzählen; und das ist doch noch in meinem Leben.
Liederabd. Nini Polatschek;– mit Lou, Engländer, Salten, Eckstein Igel soupirt.– Im Verkehr ist mir entschieden Salten der angenehmste; ich hab ihn sehr gern, besonders wenn ich mit ihm persönl. zusammen bin; vermisse ich ihn einige Tage, so stört mir Ueberlegung, besonders seiner Unverlässlichkeit das Bild.– Richard, den ich außerordentlich gern hab, macht mich oft durch seine raunzige Manierirtheit nervös.– Hugo ist dem Bahr zu nah; das läßt ihn offenbar mir gegenüber nicht wirklich und stetig warm werden; und trotz beiderseitigem gutem und bestem Willen, ist kein tieferes Verhältnis zwischen uns, wie es sein könnte und vielleicht müßte. Es ist eine Thatsache, dass ich ihm gegenüber im persönl. Verkehr nicht ganz ohne Befangenheit bin und das Gefühl hab nicht so aus mir heraus zu können, wie es für seine Werthschätzung meiner Person nothwendig wäre.– Schwarzkopf hab ich sehr gern; sein Verstand, seine Ehrlichkeit thun mir wohl. Er wird jetzt vielfach unterschätzt, was ihn gewiss kränkt, und läßt sichs nicht merken – vielleicht sich selber nicht.– Leo Hirschfeld ehrlich gescheidter Mensch, zu dem ich aber in tiefere Beziehungen nicht treten kann. Er ist aus zweiter Hand. Ein Eckermann schlummert in ihm – für diese Goethes wohl gut genug.