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Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hg. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 372–373.

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Arthur Schnitzler an Gerhart Hauptmann, 15. 7. 1899. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-86F7-4.

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Chronik

Samstag, 15. 7. 1899

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Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 15.7.1899

Quelle: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingel. und erl. von Oskar Seidlin. Tübingen: Niemeyer, 1975.

Weiteres

Arthur Schnitzler an Gerhart Hauptmann, 15. 7. 1899

15. 7. 99.

IX. Frankgasse 1.

Verehrtester Herr Hauptmann,

die Redaction der Zeit, Singer, wendet sich mit einem Ersuchen an mich. Bahr verläßt im October d. J. das Blatt, und nun soll es nach verschiedenen Richtungen hin reorganisirt werden. So wollen die Herausgeber z. B. daß Hofmannsthal, Burckhard und ich als ständig Mitwirkende sich nicht nur betheiligen sondern sich in dieser Eigenschaft auch aufs Blatt setzen lassen. Wir hätten Oesterreich zu vertreten. Was nun Deutschland anbelangt, so hätte Prof. Singer keinen lebhaftern Wunsch, als Sie in gleicher Weise wie uns zu gewinnen. Er wäre glücklich, bei irgd einer Gelegenheit etwas von Ihnen zur Veröffentlichung zu bekommen – und wenn Sie nun gar die Erlaubnis gäben, Ihren Namen neben die unsern als den eines Mitwirkenden zu setzen, so glaubt er, daß damit das Wesen und der Geist seiner Zeitung stärker ausgedrückt werden könnte, als mit jedem Programm. Er hat mich gebeten, Ihnen das zu sagen; in der Hoffnung, daß Ihnen persönliche Bekanntschaft das Antworten zu einer minder lästigen Verpflichtung macht. Man wird sich vorläufig an keinen andern Dichter oder Schriftsteller Deutschlands wenden, da man im Falle einer Zusage Ihrerseits jedenfalls auf Ihre Zustimmung ev. auch auf Ihre Rathschläge reflectiren möchte. –
Hiemit endet mein Auftrag. Persönlich setze ich lieber nichts hinzu; – daß Sie in keiner schlechten Gesellschaft wären, sehen Sie ja – und gebunden sind Sie in keiner Weise.
Ich sende diesen Brief an Brahm zu freundlicher Beförderung, da ich nicht weiß, wo Sie sind. Wo immer: ich hoffe Sie wohlgestimmt und eben daran, neues zu schaffen.
Von mir kann ich gleiches nicht sagen; vielleicht daß der Sommer noch gute Tage bringt.
– Sie hätten hier eine große Freude gehabt, wie die Leute Ihr Friedensfest aufgenommen haben. Besonders der Schluß des zweiten Aktes hat mächtig eingeschlagen. Bekämen wir doch hier einmal die Weber zu sehn.
Herzlich grüßt Sie
Ihr Ihnen wärmstens ergebner
Arthur Schnitzler