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Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hg. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 672–673.
Arthur Schnitzler, Otto Brahm: Der Briefwechsel Arthur Schnitzler – Otto Brahm. Vollständige Ausgabe. Hg., eingeleitet und erläutert von Oskar Seidlin. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1975, S. 329–330.

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Personen
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  • Berlin (Hauptstadt Berlin, Barlīn, Reichshauptstadt Berlin, Berolino)
  • Dresden (Landeshauptstadt Dresden)
  • Hamburg
  • Kurhaus Semmering
  • Prag (Hauptstadt Prag)
  • Semmering (Gemeinde Semmering, Semmering-Semmering-Kurort, Kurort Semmering, Semmering-Kurort, Heilklimatischer Höhenluftkurort Semmering, Semmering- Kurort Semmering)
  • Wien (K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, Bécs, Land Wien, Vídeň, Wenia, Beč, Vindobona (Wien), Vienna)

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Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 4. 10. 1911. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-8702-7.

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Chronik

Mittwoch, 4. 10. 1911

Aufenthaltsorte
Arthur Schnitzler digital (Werke 1905–1931)
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 4.10.1911

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

Weiteres

Arthur Schnitzler an Otto Brahm, 4. 10. 1911

Kurhaus Semmering, 4. Oktober 11

Lieber Freund!

ja denken Sie, da sind wir nun gelandet. Meine Frau ist seit acht Tagen hier, ich seit Sonntag und bleibe wohl bis zum nächsten, und Olga kommt, wenn es weiter so gut geht wie bisher, zur Generalprobe des »Weiten Landes« hinein. Die ersten Tage befand sie sich gar nicht wohl, seit zwei Tagen aber hat eine rapide Besserung eingesetzt. Das Wetter ist schön, etwas winterlich. Die Anstalt wäre so übel nicht, nur der Portier ist von seltener Talentlosigkeit. O heiliger Rosenstock: Thimig war am Sonntag hier, um ihn zu besichtigen. Im Falle Rosenstock war der liebe Gott entschieden tüchtiger als der Autor des »Weiten Landes«. Hingegen ist diesem der Hofreiter besser gelungen als jenem (was Sie bestätigen würden, wenn Sie das Urbild kennten). Es betrübt mich, daß Sauer wieder so krank ist, nicht nur um des Aigner willen. Von der Triesch schreiben Sie kein Wort. Hmm. Nun, wir werden ja sehen. Wann? Meine vorläufige Absicht: Ende Oktober Wien verlassen, 31. 10. Vorlesung Prag, 1. 11. Vorlesung Dresden. Von dort Berlin. Hoffentlich erhält sich »Das weite Land« so lange auf dem Repertoire. Von Berlin Hamburg (Hagemann: »Das weite Land«, evtl. »Beatrice«, evtl. »Anatol«). – Die Proben hier in Wien versprechen eine gute Aufführung – freilich wird Korff nie das Letzte der Gestalt bringen, und die Marberg sympathisch, begabt, fleißig, ist (sehr unter uns) keine Schauspielerin von Rang.
Das Eulenberg-Stück hat mich sehr bewegt. Daß es sich in einem großen Haus nicht halten würde, war vorauszusehen. Und unser Freund Lessing kann so was wohl nicht inszenieren (hierin ist er vielseitig). Aber wie inszeniert man so was? Ein Stück für Marionetten mit lebendigen Herzen! Ein Ineinanderspiel von Genialität und Manierismus! Manchmal erscheint er mir, Eulenberg nämlich, wie einer, der mit der flimmernden Kerze durch eine selbstgeschaffene Mondnacht spaziert. »Lösch aus, mein Freund, wer solche Sterne schafft . . . «, oder »Wer unter Sternen wandelt« usw. So gerät man ins Jambische und Romantische selbst in solch einem Schreibebrief, wenn man ihm nur in die Nähe kommt. – Wann etwa möchten Sie »Das Tänzchen« mit der »Komtesse« wagen?
Seien Sie herzlichst gegrüßt, auch von meiner Frau, die sich auf der Terrasse sonnt.
Ihr
A.S