Kommentar

Frau K.] Marie Reinhard war mit einem Kind Schnitzlers schwanger und Leopoldine Kirchrath half bei der Suche nach einer Unterkunft für die zu verheimlichende Geburt. Das Kind hätte danach einer Kostfamilie auf dem Land gegeben werden sollen, kam aber am 24. 9. 1897 tot auf die Welt.

Novellenband] Eugen Graf von Aichelburg: Skizzen aus dem Süden. Lübeck: Verlag der Novellen-Bibliothek [1897] (Bibliothek kleiner Novellen und Erzählungen).

Hinter dem Leben] [Adalbert Seligmann:] Hinter dem Leben. Eine Wochenschrift für Wenige. Als Manuscript gedruckt. Wien: Emil M. Engel 1897.

Burckhard … wird)] Vgl. die beschriebene Visitenkarte Schnitzlers an Seligmann vom selben Tag: »Herzlichsten Dank! Wirklich köstlich. Eine Bemerkung gestatten Sie mir. So wunderbar Burckhardsche Stil getroffen; die Satire auf sein Wesen geht manchmal sehr daneben. Sie haben eine Seite von ihm als das ganze genommen und ihm dadurch, scheint mir, in gerechtem Sinn Unrecht gethan. Ich sage Ihnen das, weil ich das Buch sonst so wunderbar finde.« (Wienbibliothek, H.I.N. 96445)

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Signatur: Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv, A:Schnitzler, 85.1.1678/101

eh. Brief, 1 Bl., 4 S., Bleistift

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Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 15. 6. 1897. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-87BA-8.

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Chronik

Dienstag, 15. 6. 1897

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Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 15.6.1897

Quelle: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler. Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente 1891–1931. Herausgegeben von Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein Verlag 2018

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Arthur Schnitzler an Marie Reinhard, 15. 6. 1897

16.) ××××××××××

15/6. 97.

Mein Schatz! Ich wollte fortradeln – da zieht eben ein Gewitter auf, schon beginnt’s zu regnen (es ist 6 Uhr Abend) und, bevor ich das, was ich mit einem schmeichlerischen Ausdruck arbeiten nenne anfange, will ich Dir noch in zwei Worten sagen, dss ich Dich unendlich lieb habe und mich sehr nach Dir sehne.Was gibts denn nur sonst?– Ich bin heut Morgen bei der Frau K. gewesen, ohne wesentlich neues zu erfahren, sie hat mir nur eine Adresse »mit Garten« gegeben, wo ich morgen hin will. Anfangs wird das Forsthaus wohl notwendg sein u anfangs wird es Dir auch gewiss sehr gefallen.
– Das Klingen ist heftig und störend. Nerven wieder schlechter trotz kaltem Wasser etc.– Erheiterung brachte ein »Novellenband« vom Grafen Aichelburg, (20! Seiten), den ich Dir morgen sende zugleich mit einem kleinen höchst amüsanten Büchl »Hinter dem Leben« von Maler Seligmann, wo köstliche Parodien auf Altenberg, Burckhard (dessen Charakter zugleich in einer mir nicht sympathischen Weise verunglimpft wird), Andrian, Bahr und Hugo stehn.– Richtig, gestern Abend war ich neben Salten in der Conservatoriumsvorstellg, resp. beim letzten Fünftel, was auch zu viel war.–
Heut Abend fahr ich noch ins Frz-Josefs Spital wo ich seit meiner Ankunft noch nicht war.–
Auf dem Butte Rigi hat’s Dir gefallen, mein Schatz, was?–
– Heut vor einem Monat – St Germain . . Pavillon Henri quatre . . »unheimlich« . . . Auch ohne Anführungszeichen!
Leb wohl, mein geliebter Schatz und grüß Deine Mama,
Dein
Arthur