15/10 S. Aus den andern Städten gute Nachrichten; nur
Berlin scheint schwach gewesen zu sein. Die Kritiker: Gerade die fernsten, wie
Kalbeck und
Wittmann sehr freundlich;
Bahr und
Salten bei aller Anerkennung von schlecht verhehltem Mißmut erfüllt.–
Spazieren,
Pötzleinsdorfer Wald. Auf dem Rückweg
Heine mit Frau (
Rabitow), die eben proviantirt nach
Weidlingbach wanderten. (Er hat gestern den
Natter glänzend gespielt.) Über den gestrigen Abend und andres. Später treff ich die
Bleibtreu (»
Fr. Aigner«) und
Paulsen (
Mauer); wir plaudern über
Berger u. a. Die
Wilke (Frau
Natter) mit irgend einem jungen Menschen an uns vorüber.–
Weiter, am Friedhof vorbei. Hinein, zu den Gräbern
Kainz und
Hartmann. Heut vor acht Tagen stand er noch als
Herzog von Valois am Grab seines Sohnes!–
Weiter, Frau
Schmidl mit
Hansi – gleich darauf
Speidels – frostig;– sie vermochte sich nur abzugewinnen: »Das war ja gestern ein Rummel«–
Er schwieg. Arme Leut im Grund. Man möcht sich fast entschuldigen.
Zu Hause. Telegramme.
Steffi, die »so was« eigentlich das erste Mal in der Nähe gesehn – und naiv erstaunt ist,
daß alle Leute das Stück so mißverstehn –
Ins Theater. Mitte des
zweiten. Ausverkauft. Blieb bis Schluß. Sprach
Berger,
Rosenbaum, und fast alle Schauspieler, die sämtlich mit dem Erfolg sehr zufrieden waren.