Kommentar

Beschimpfung] Im Nachlass Bahrs ein auf den 17. 11. 1915 datierter Zeitungsausschnitt der Kölnischen Zeitung zu Kritiken über den Querulanten. Der mit H. G. gezeichnete Artikel mit dem Titel Hermann Bahrs Querulant über die Aufführung in Darmstadt endet: »Nachdem wir mit Enttäuschung Schnitzler, Schönherr und Bahr so schnell hintereinander an einem deutschen Hoftheater erleben konnten, mag eine Gewissensfrage kulturell-politischer Art gestattet sein: Glaubt ernstlich jemand in Deutschland heute noch an die Überlegenheit jener sogenannten österreichischen Kultur, sei es nun Theater oder Kunstgewerbe oder sind nicht gerade jene letzten Dokumente eines wienerischen Literatentums Beweis dafür, daß unser trefflicher Bundesbruder in diesem Weltkrieg auch einer inneren Reformation an Haupt und Gliedern bedarf, um fortan in einer neuen deutschen Weltkultur bestehen zu können.« Schnitzler geht neben den beiden folgenden brieflichen Aussagen auch in einem unveröffentlichten Text über die Neue Rundschau auf den Artikel ein (CUL, Schnitzler, A 20,1).

Kom. d. W.] Komödie der Worte. Drei Einakter (Erstausgabe Berlin: S. Fischer 1915).

Überlieferung

Druck
Arthur Schnitzler: Tagebuch 1913–1916. Hg. Richard Miklin, Susanne Pertlik, Walter Ruprechter und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1983.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Tagebuch von Arthur Schnitzler, 2. 12. 1915. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-8987-F.

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Chronik

Donnerstag, 2. 12. 1915

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Tagebuch von Arthur Schnitzler, 2. 12. 1915

2/12 Dictirt Cas. Nov.
Nm. am Flb.–
Zum Nachtm.: Schmutzers und Hr. Schnabel, Julius, Helene; Anna Specht, Mimi, Dr. Rud. und Garda Kaufmann;– Arthur Kaufmann, Salten’s.– Kriegsgespräche. Vernichtung Serbiens. Gewöhnung. Aussichtslosigkeit. Ungerechte Urtheile über Völker. Wer ist der hassenswürdigste? Poincaré.– Neue Reichtümer, etc. (Mit Salten über Deutschland – Oesterreich, anläßlich der Beschimpfung (über mich, Schönherr, Bahr) in der Köln., die viel und auch von Gegnern gern nachgedruckt werden.) (Anläßlich Kom. d. W. (und Weibsteufel) heißt es u. a. »sind nicht jene Documente eines wienerischen Literatentums und jener . . . Geschmäcklerkunst ein Beweis dafür, dass unser trefflicher Bundesbruder in diesem Weltkrieg auch einer innern Reformation an Haupt und Gliedern bedarf, um fortan im Geiste einer neuen deutschen Weltkultur ernsthaft bestehen zu können«.)