Kommentar

Zum Geleit] Der Bahr vorgelegte Abzug, auf dem dieser Brief an den Rand geschrieben ist (ein weiterer ohne Beschriftung in der UBS 31.270-I), besteht aus zwei Teilen. Im ersten, geschrieben im Dezember 1912, weist Holz auf seine Leistung hin, die Abhängigkeit der deutschen von ausländischen Literaturen beendet und die Metrik durch die Rhythmik ersetzt zu haben. Der zweite Teil, mit Oktober 1915 datiert, wiederum streicht den Beitrag des Phantasus als Offenbarung für die Deutschen im Krieg heraus, wenngleich sich Holz selbst missverstanden und verkannt fühlt. Das Geleitwort dürfte erst dem Luxusdruck von Die Blechschmiede (oder: Der umgestürzte Papierkorb). Mysterium. 1917 (Privatdruck, 250 Exemplare für den Verfasser) beigelegt worden sein.

Phantasus] Arno Holz: Phantasus. Leipzig: Insel 1916.

Agitation] .

Rothschild] Albert war zeitweise der reichste Mann Europas, aber besonders sein älterer Bruder Nathaniel war als Mäzen bekannt.

Überlieferung

Versandverlauf

Archivzeuge

Signatur: Wien, Theatermuseum, HS AM 18951 Ba

eh. Brief, 1 Bl., 1 S., Bleistift auf Bürstenabzug von »Zum Geleit«.

Druck
Hermann Bahr, Arno Holz: Briefwechsel 1887–1923. Hg. und kommentiert von Gerd-Hermann Susen und Martin Anton Müller. Göttingen: Wallstein 2014, S. 121.

Entitäten

Personen
Werke
Institutionen
Orte
  • Berlin (Hauptstadt Berlin, Barlīn, Reichshauptstadt Berlin, Berolino)
  • Salzburg (Iuvavum)
  • Stübbenstraße
  • Wien (K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, Bécs, Land Wien, Vídeň, Wenia, Beč, Vindobona (Wien), Vienna)

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arno Holz an Hermann Bahr, 18. 1. 1916. In: Hermann Bahr – Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente (1891–1931). Hg. Kurt Ifkovits, Martin Anton Müller, Stand 13. 7. 2026, https://hdl.handle.net/21.11115/0000-000E-87AE-6.

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Chronik

Dienstag, 18. 1. 1916

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Arno Holz an Hermann Bahr, 18. 1. 1916

Berlin W. 30. Stübbenstr: 5. 18. I. 1916

Lieber Hermann Bahr!

Lesen Sie, bitte, das nachstehende »Zum Geleit«. Es hatte als einzelnes, loses Blatt meinem »Phantasus« eingefügt werden sollen, dessen Erscheinen – im Insel-Verlag – bereits für Weihnachten 1914 geplant war. Durch den Krieg mußte der Satz unterbrochen werden, und es ist nun vollkommen ausgeschlossen, daß das fertige Werk – 350 Seiten in diesem Formatvor frühstens nächstem Herbst erscheint. Was aber bis dahin? Ich bin buchstäblich am Rande! Alle Türen, an die ich wieder mal pochte, blieben verschlossen. Steckte aber doch mal einer aus Versehn oder Neugierde seinen Kopf raus, so lautete die stereotype, billige Ausrede »die allgemeine Lage«. Als ob die betreffenden lieben Leute vor dieser »allgemeinen Lage« auch nur um Haares Breite anders gewesen wären! Ich gehe diesmal wirklich und rettungslos vor die Hunde, wenn man mir nicht hilft! Daß dies auf »öffentliche« Weise nicht geschehen kann, hat die total mißglückte Agitation zu meinem elenden »50ten« bewiesen! Was aber würden allein Sie und Schnitzler vermögen, wenn Sie sich bei geeigneten Leuten für mich persönlich und privat einsetzten! Ich denke nur an Ihren einen Wiener Rothschild! Wollen Sie’s versuchen und diese Zeilen auch Schnitzler schicken, den ich neben Ihnen für den einzigen Mann halte, von dem ich glaube, daß er mit seinem Herzen und seinem Hirn für mich einstehn könnte? So bitter es ist: hier, in meinem eignen, engeren »Vaterlande«rührt sich für mich nichts!!! Sie herzlichst grüßend, in alter Kameradschaft, Ihr
ArnoHolz.