18/3 Heute vor 13 Jahren starb
M. R. –
Der blinde Componist
Rudolf Braun, Einladung zu musikalischen Aufführungen seiner Werke. Er ist blind geboren, spricht
von seinem Naturgefühl, seinen Ausflügen, empfindet sein »Gebrechen« nur als gelegentliche
Unannehmlichkeit – die »sentimentale Auffassung« seines Leidens soll in die hinterste
Ecke geworfen werden.–
Nachmittag mit
O. ins Trauerhaus
Lichtenfelsg. 7, das ich noch nie betreten. Gleich wieder
Bahr – Ich sage ihm: »Du solltest doch endlich einmal diesen
Bann brechen –« Vor der Kirche. Fuhr mit
Salten heim; Erinnerungen an
Burckhard; über »
das stärkere Band«. Meine wahre Meinung sagt ich ihm natürlich nicht. In solchen Beziehungen ist Wahrheit
fast unmoralisch, unnütz gewiß. Er wird wahrscheinlich
Burckhards Nachfolger beim
Fremdenblatt.–
Correcturen durchgesehn. »
Sterben« zu Ende. Ein begabtes aber peinliches
Buch (in tieferm Sinn).–